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KIP - Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen Nürnberg e.V.

KIP - Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen Nürnberg e.V.

Flyer Institut

 

Neue Übergangsregelung
für Lehramtsabschlüsse
Siehe "Ausbildung"

 

 

 

 

 

 

 

 

Flyer Ambulanz

 

Das KIP ist umgezogen.
Seit 1. Juli 2019 sind wir
in der Rieterstr. 6, 1. OG
in 90419 Nürnberg.

 

Babybeobachtung
bei Frau Röpke in München.
Termine nach Absprache
 

Aktuelles

Aufgrund der Corona Pandemie wird unser Semesterprogramm für das Sommersemester 2020 online per Videoübertragung stattfinden.

Patientenbehandlungen finden unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen statt, allerdings ist unser Wartezimmer "geschlossen", Patienten müssen vor der Praxistüre abgegeben und dort wieder abgeholt werden.

Patient*innen mit Erkältungssymptomen sollen die Behandlung bitte absagen

Wir bitten, darauf zu verzichten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu kommen

ein*e Patient*in mit Verdacht auf Coronainfektion darf das Institut nicht betreten

Weitere Informationen zum Thema:

Psychodynamische Überlegungen zum Umgang mit Isolation als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

„Alles wackelt, .... es ist wie ein Erdbeben, ...“, er habe große Angst sind die Aussagen eines 13-jährigen Angstpatienten über Videosprechstunde. Dieses neue Format der Psychotherapie sei für ihn komisch, er schäme sich, er würde lieber persönlich kommen, allerdings sei seine Mutter in Quarantäne.

Die Welt, wie sie uns vertraut war „wackelt“ und droht auseinanderzubrechen, die Zukunft scheint ungewiss, unser Gefühl der Sicherheit ist dabei, zu verschwinden. Unser Kontaktverhalten folgt paradoxen, scheinbar widersprüchlichen Regeln, denn wir sind hilfreich, wenn wir auf Kontakt und Nähe verzichten, uns absondern und isolieren. Die meisten Kinder und Jugendlichen bleiben so gut es eben geht zu Hause, leisten mit ihren Eltern ihren Beitrag, um eine massenhafte Verbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 zu vermeiden.

Mit den psychischen Auswirkungen beschäftigt sich u.a. die Rezension „The psychological impact of quarantine and how to reduce it: rapid review of the evidence” (https://www.thelancet.com), welche auf einer Vielzahl von Erfahrungen mit unterschiedlichen Epidemien wie SARS, Ebola, Influenza, etc. gründet. Welche Bedeutung haben isolierende Maßnahmen wie Quarantäne auf die Psyche der Betroffenen?

Insgesamt zeigt die Studie negative psychologische Effekte auf, die darüber hinaus auch dramatische Folgen für die Persönlichkeit hervorbringen kann, so dass es nach kritischer Abwägung verlangt.„Separation from loved ones, the loss of freedom, uncertainty over disease status, and boredom can, on occasion, create dramatic effects. Suicide has been reported, substantial anger generated, and lawsuits brought following the imposition of quarantine in previous outbreaks. The potential benefits of mandatory mass quarantine need to be weighed carefully against the possible psychological costs. Successful use of quarantine as a public health measure requires us to reduce, as far as possible, the negative effects associated with it.” (ebd.)

Es werden Symptome einer akuten Belastungsreaktion benannt, Angst, Schlafstörungen, innere Distanzierung von Mitmenschen, Gefühlen der Schuld, Konfusion, Resignation und Depression, Traurigkeit und einem erhöhten Maß an Aggression und Wut als Folge beschrieben, psychische Konsequenzen, die andauern können und/oder gar in eine Posttraumatische Belastungsstörung münden. Mögliche vergleichbare Folgen werden auch in einem Zeit-online Artikel beschrieben, welcher über die Erfahrungen der Psychologin Du Mingjun in Wuhan berichtet.

Wenn wir uns der kindlichen Seele zuwenden, kann davon ausgegangen werden, dass Kinder in diesen „Ausnahmezuständen“ nicht nur unter der eigenen Separation, der Isolation von Kontakten, von der Klassengemeinschaft, von Großeltern, von Freund*innen, etc. leiden. Sie erfahren auch in sehr intensiver Weise die hohen psychischen Belastungen ihrer Eltern, die diesen Bedingungen ausgesetzt und oben beschrieben sind. Auf die bedeutsamen Zusammenhänge elterlicher psychischer Belastungen und der Befindlichkeit des Kindes ist in der Studie verwiesen, diese liegen aber auch – wie ich meine - auf der Hand.

Wie kann mit dieser durchaus potentiell äußerst angespannten Situation für Kinder und Jugendliche umgegangen werden, um Konsequenzen psychischer Folgeerscheinungen zu minimieren?Der Psychologe Frank Jacobi (Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie (Schwerpunkt Verhaltenstherapie) an der Psychologischen Hochschule Berlin) stellt in seinem sehr aktuellen Artikel „Wie Sie häusliche Isolation und Quarantäne gut überstehen - Psychologische Hilfen in herausfordernden Zeiten“ (https://www.psychologische-hochschule.de/2020/03/jacobi_umgangmitquarantaene) Maßnahmen dar, die für diese Situationen hilfreich und unterstützend sind. Auch Kinder und Jugendliche werden bedacht, indem den Eltern – wie ich meine – sinnvolle Handlungsempfehlungen aufgezeigt werden, um den Tag zu überleben.

Als psychodynamische Kinder – und Jugendlichenpsychotherapeutin sehe ich gerade in dieser Situation die Aufrechterhaltung des Kontaktes – in unterschiedlichen Formen – für absolut notwendig und sinnvoll. Allerdings ist davon auszugehen, dass sich in diesem Kontext womöglich unsere Schwerpunkte psychotherapeutischer Arbeit verändern und auch die Kontaktformen einem nicht unerheblichen Wandel unterliegen.

Dennoch: ein Ziel dieser Interventionen muss m.E. im Versuch begründet liegen, den kindlichen Patienten aus einem regressiv anmutenden Krisenmodus im Kontakt immer wieder herauszuführen. Dieser „Modus“ kann aus Ängsten, aus Zwängen, aus frustrierenden Gefühlen der Langeweile bestehen, aus Gefühlen der Hilflosigkeit, der Einsamkeit und Wut, Gefühle, die nach psychotherapeutischer Resonanz verlangen, nach Aufnahme und Akzeptanz. Ein verstärktes Verständnis, dass Ich-Steuerung eingeschränkt scheint, Gefühle der Hilflosigkeit und Verunsicherung nach Halt im erwachsenen Gegenüber suchen. Diese Effekte sind breit gefächert, sind erheblich und können lang anhalten. Umso wesentlicher erscheint es mir, Möglichkeiten zu eröffnen im Kontakt bleiben zu können, ein Forum bereitzustellen, Gefühle benennen und mitteilen zu können, gemeinsam Phantasien zu entwickeln und vielleicht auch nur für Momente des Kontaktes, den Krisenmodus in einen spielerischen Modus zu verwandeln. Bei Jugendlichen scheint die Ausgangssituation ähnlich, allerdings scheinen die Abwehr der Ängste zentraler, von Wut über aggressives Gebaren bis hin zu selbst- und fremdgefährdenden Verhaltensweisen, diese gerade hinsichtlich der Ansteckungsgefahr.

Die Autonomie scheint auf nicht unerhebliche Weise bedroht und erfordert ein Gegenüber, welches aus meiner Sicht auch bereit ist zu diskutieren und zu überzeugen. Und dieses kann m.E. nicht dem Zufall überlassen werden, sondern muss auf der Grundlage gewachsener psychotherapeutischer Beziehung fußen.

Martina Scharrer

 

Podcast: Rätsel des Unbewussten

 

Dieser Podcast widmet sich verschiedensten Themen rund um Psychotherapie, vor allem jedoch psychodynamischen Hintergründen.

°Ein Thema von (unbeabsichtigter) Aktualität: Als wir diese Folge zu Krankheitsängsten in ihrer ursprünglichen Fassung geschrieben haben, war Corona noch kein Begriff. Gewiß wirft die aktuelle Situation ein besonderes Licht auf dieses Thema und ist auch in die jetzige Version eingewandert. Doch davon unabhängig werden uns Krankheitsängste in der verschiedensten Form begleiten, auch wenn die Corona-Krise längst abgeklungen sein wird. Sie gehören zum psychischen Erleben wie Krankheiten zum körperlichen. Was es mit ihnen auf sich hat und warum sie für manche Menschen, ob mit oder ohne Corona-Pandemie, über das ganze Leben eine Quarantäne verhängen, davon handelt diese Folge.°

Quelle: https://psychoanalyse.podigee.io/

Aufgerufen am 29.03.2020

 

 

Zeit-Artikel über die Arbeit einer Psychotherapeutin in Wuhan: "Kleine Änderungen im Alltag können viel bewirken" 

Du Mingjun ist Psychotherapeutin in Wuhan, dem Ursprungsort der Coronavirus-Pandemie, und Gründerin der "Psychologischen Hotline Hubei"., dem Ursprungsort der Coronavirus-Pandemie. Sie hat die "Psychologische Hotline Hubei" gegründet, um zu helfen. Wer ruft nachts bei ihr an? 

https://www.zeit.de/amp/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-03/wuhan-coronavirus-quarantaene-ausgangssperre-depressionen-angst-psychische-belastung?__twitter_impression=true

Quelle: Zeitonline vom 21. März 2020, 20:08 Uhr, aufgerufen am 29.03.2020

 

 „Wie Sie häusliche Isolation und Quarantäne gut überstehen. Psychologische Hilfen in herausfordernden Zeiten“

Frank Jacobi (Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Schwerpunkt Verhaltenstherapie), tätig an der Psychologischen Hochschule Berlin, hat diese Informationen und Vorschläge erarbeitet und zusammengestellt:

Allgemeine hilfreiche Maßnahmen

Besondere Maßnahmen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen

Maßnahmen gegen das Auftreten von Konflikten

Maßnahmen gegen Gewalt

Quelle: https://www.psychologische-hochschule.de/2020/03/jacobi_umgang-mit-quarantaene/

aufgerufen am 29.03.2020

 

Webseiten mit kindgerechter Information, auch in Fremdsprachen

Kindernachrichten logo! des ZDF:  https://www.zdf.de/kinder/logo/

Meditricks GmbH:

www.meditricks.de/cke/

 

Einige Überlegungen zur Corona-Krise auf Basis des Anna-Freudianischen Modells der Angst

 

Die aktuelle Corona-Krise stellt besonders auch für psychisch kranke Kinder und Jugendliche sowie deren Familienangehörige eine große Belastung dar. Anna Freud (1977)[1] behielt den Begriff der „Furcht“ für reale „Gefahren, die das Individuum aus der Außenwelt bedrohen“, vor, hingegen den der „Angst“ für „Bedrohungen aus der Innenwelt“ (das heißt vor Triebregungen, Wünschen, Gefühlen). Nun stellt die Corona-Pandemie eindeutig eine unsichtbare Außenweltbedrohung für die Sicherheit und Existenz dar, da es aktuell noch nicht absehbar ist, ob ein Impfstoff oder Medikamente zur „Verteidigung“ entwickelt werden können und derzeit nur die „Flucht“ in die Isolation möglich ist. Derartige Zustände leisten der Entwicklung von Furcht Vorschub und die Abwehr- und Bewältigungsfähigkeiten werden schon bei psychisch gesunden Menschen stark auf die Probe stellt. Jedoch bei psychisch vorbelasteten Menschen kann eine derartige Bedrohungslage zu massiven Symptomverstärkungen bis hin zu dramatischen Dekompensationen führen. 

Bereits 1942[2] fragte sich Anna Freud, „warum manche Kinder während eines Bombardements fast angstfrei bleiben, viele nur leichte Angst zeigen, während einige wenige mit heftigen Angstausbrüchen reagieren.“ Demnach scheinen über die reale Bedrohung – durch Krieg oder eine Pandemie – hinaus weitere Aspekte darüber zu entscheiden, ob diese traumatisch verarbeitet wird oder eine gewisse Stabilität aufrechterhalten werden kann. Anna Freud und D. Burlingham beobachteten neben der Angst infolge drohender Erregung der Destruktivität, drei weitere Quellen, welche meines Erachtens einen entscheidenden Einfluss auf die Verarbeitung der aktuellen Corona-Krise ausüben. 

Gerade für Kinder im Vorschulalter, die sich im Rahmen der Gewissensbildung mit „den Geboten und Verboten der Erziehungsperson“ auseinandersetzen, können die aktuellen gesundheitlichen Gefahren „als neue…Symbole für alte Ängste“ „vor Strafe oder…, die Liebe der Eltern zu verlieren“ fungieren, die in „phantastischen Strafvorstellungen“ zum Ausdruck kommen. Um derartigen Entwicklungen so gut es geht entgegen zu wirken, ist die Weiterführung von laufenden Kinderpsychotherapien als dringend anzusehen.

Von außerordentlicher Bedeutung ist die Erkenntnis, dass „das Kind auch noch die Angstreaktionen seiner Mutter und, in gemilderter Form, der ganzen erwachsenen Umgebung“ teilt. So bemerkte Anna Freud bei ihren Beobachtungen von Kriegskindern: „wenn die Mutter sich fürchtet, zittert das Kleinkind vor Angst; wenn die Mutter ruhig ist, beruhigt sich das ängstliche Kind automatisch an ihrer Ruhe.“ Da sich vor allem die Jüngeren mit der Angst ihrer Bezugspersonen identifizieren, ist die Beruhigung der Eltern ein maßgeblicher Beitrag, um psychisch belasteten Kindern bei der Verarbeitung ihrer Ängste behilflich zu sein. Aber auch bei Jugendlichen und Erwachsenen ist die Gefahr zum Beispiel einer Identifikation mit Panik-verursachenden Fake-News in diesem Hinblick zu beachten.

Eine besondere Risikogruppe stellen Kinder und Jugendliche dar, bei denen durch die aktuellen Geschehnisse Erinnerungen an frühere traumatische Verlusterfahrungen wachgerufen werden, welche die Betroffenen dazu zwingen, „das traumatische Ereignis in allen seinen Einzelheiten wieder zu durchleben.“ Daraus resultierend sollte bei dieser Patientengruppe mit einer erhöhten Gefahr der Dekompensation durch Re-Traumatisierungen gerechnet werden. 

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in der aktuellen Krisensituation neben den somatisch tätigen Ärzten einen außerordentlich wichtigen Beitrag zum Erhalt oder zur Wiedergewinnung der psychischen Stabilität der Kinder und Jugendlichen und auch deren Abwehrkräften leisten. 

Ich wünsche allen viel Kraft, Gesundheit und alles Gute für die kommende Zeit.

Hendrik Zill

 

[1] A. Freud: „Furcht, Angst und phobische Phänomene“, 1977/1987, In: Schriften, Bd. X, S. 2812

[2] Alle weiteren Textstellen sind aus: A. Freud, „Kriegskinder 12. Bericht Januar 1942“, 1942/1987, In: Schriften, Bd. II

 

NEU: Das KIP hat ab September 2019
eine Babyambulanz.

Alle Informationen finden Sie unter "Babyambulanz"

 

Ausbildungsreform

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) arbeitet an einer Reform
der Psychotherapeutenausbildung. Es soll ein Hochschulstudium
Psychotherapie eingeführt werden (Direktstudium), gefolgt von
einer mehrjährigen Weiterbildung zur Erlangung der Fachkunde.

Die Möglichkeit, mit Lehramtsabschluss oder als Pädagoge
bzw. Sozialpädagoge die Weiterbildung zum Kinder-und
Jugendlichenpsychotherapeuten zu machen, ist in diesem
Konzept nicht mehr vorgesehen

Für all diejenigen, die vor Einführung der Reform die Ausbildung
begonnen haben, wird eine Übergangsregelung gelten, die die
Weiterbildung noch ermöglicht, weshalb Interessierte sich zeitnah
um einen Ausbildungsplatz bewerben sollten (siehe "Bewerbung").

 

Termine in unserer Ambulanz frei

In der Ambulanz unseres Instituts können Sie ein erstes Beratungs-
gespräch vereinbaren. Wir bieten Beratungen, Psychotherapien,
Eltern- und Familientherapien und Gespräche an.

Auch Müttern mit Babys, die an Unruhe und Schreiattacken leiden,
steht unsere Ambulanz zur Verfügung. Näheres siehe "Babyambulanz".

Für Informationen und zur Terminvereinbarung wenden Sie sich bitte
an unser Sekretariat, Frau Mitsdörffer, Tel: 0911/4008659.